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Zufürderst seyen Euch die
genannt die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten
Dreen raue Gesellen und ein zartes Wib wollen Euch mit Musica umgarnen.
Dabei sind sie Meister ihrer Kunst. Als wären sie Frau Musica’s
eingeborne Kinder, wissen sie Stimmen und Instrumenta zu traktieren,
dass Ihr das Hören neu erlernt.
Vier Weiber, herrlich anzusehen, doch wie sie ihre Instrumenta tractieren
lässt manchen Spielmann jämmerlich dastehen. Da schrillen
Gralla und Dudelsack, Pauken und Donnertrummel dröhnen, dass Ihr
alles rings um Euch vergesst.
Noch liegt der Morgentau der Jugend auf ihren Wangen und doch könnten
sie so manch altgedientem Spielmann Lehrmeister sein. Wie sie Sackpfeyffen,
Schalmey und Trummel tractieren ist wahrlich unerhört.
Von weither sind sie kummen Euch die Ohren zu umschmeicheln, sind sie
doch allsamt Frau Musicas Söhne. So manchen Sturm haben sie überstanden
und doch jauchzen ihre Instrumenta wie am ersten Tag. Zarte, frumme
Melodeyen aber auch manch kraftvoll Weise lassen Euch das Herz aufgehen.
Wer könnte Floritzel und die Kürbiskobolde je vergessen, doch
in diesem Jahr will Griselda Euch auch mit Neuigkeit verwöhnen.
Die Historie vom armen Zauberer und der fürchterlichen Spinne wird
Kindelein und Altvordere mit einem wahrlich verzaubert hinterlassen.
Jene sullen Euch im Adveniat stete Begleiter sein
Nie zuvor ward er hier gesehen, so ist er Mensch gewordenes Fanal. Wie
eine lebend Fackel schickt er Feuersäulen in die frühe Nacht.
Doch nit nur das. Die Kunst des Jokulierens beherrscht er wie nur selten
einer, auf dass Ihr vor Staunen wie angewurzelt steht.
Er, der Waliser, hat keinesgleichen. Ist er Joculator, Possenreißer,
Komödiant? Alles vereint er in seiner Person wie kein zweiter.
Auch er ist ein Schalksnarr und allhier zu Siegburg bekannt wie der sprichwörtlich
bunte Hund. Bunt ist sein Gewand, weiß Gott, wie es nur der vogelfreie
Tausendkünstler trägt. Dennoch strebt er nach Höherem.
So dient er unermüdlich als Fanfarist und selbst im Heroldsdienste übt
er sich vom Turm herab. All dies im Streben deroeinst in hoheitlichem
Wappenrock einher zu gehen.
Spielmann ist er und die Instrumenta die er beherrscht sind ohne Zahl.
Gleichwohl, ob er die Sackpfeyffe bläst, dass Euch die Ohren dröhnen
oder die Harfe spielt als säße er zu Füssen des Allmächtigen,
immerfort beweist er wahre Meisterschaft.
Hoch ragt sie auf über so manchen, wie der Spielmänner wahre
Königin. Dies ist sie auch, wenn sie mit zarter Hand und doch in
Strenge die Kollega zusammenführt auf dass sie, Euch zum wahren
Kunstgenuss, zusammen finden.
Ein Wagen ist ihr Haus, sie zieht mit ihm durch manches Tor, bleibt nur
solang wie’s Städtchen sie geborgen hält und lässt
als Dank dafür bei Euch so manch Historie, die sie auf ihrem Weg
gepflückt und hält so einen Strauß geheimnisvoller
Blüten.
Das Maustheatro Parsival
Wo die Schauspieler Prinz Albert vom Knopfaug, oder Prinzessin Seidenweich
heißen, da erwarten Euch und Eure Kindelein possierlich Spectacel.
Doch wenn der Prinz durchs Feuer geht, da hat das Staunen kein Ende
mehr.
Sendbote der Mutter Kirch, doch nit nur strenger Mahner. Als wahrer Bruder
des heilgen Franziskus ist es die Liebe zu jedweder Kreatur die Ihn
die härene Kutte nehmen ließ. So predigt er zwar auch die
Einhaltung der Gebote, insbesunder itzt zur Fastenzit, doch vielmehr
spricht er vom Licht der Hoffnung das uns die ewge Finsternis vertreibt.
Als wär er der harte Winter in Persona ist er jedweder Freud abhold
und sinnt allein nach strenger Regul und Ordo. So ist er der Spielleut
Widerpart, die selbst in harter Zit des Sommers Freud erahnen lassen.
Sprachrohr und Stadthalter der Obrigkeit allhier, weiß er nit nur
die Ordo zu Gehör zu bringen.
Handlanger der Obrigkeit, doch durchaus mit eignem Sinn. So zieht er
nimmer müde seine Bahnen über den Plan. Hoch ragt seine Hellebarde
allüberall zu sehen so ist er eher Hüter der kleinen Lässlichkeiten,
als grauser Vollstrecker der Willkür seines Herren.
Dies lässt Euch Festtag haben wo andere
dem Tagwerk nachgehen
Weithin schallt das Signal, denn Tumalon bläht die Backen als wär
er Äolus höchst selbst. Wo’s für die Marktleut itzund
heißt, dem Tagwerk nach zu gehen, beginnt für die Kindelein
das ihre. Denn nach der Belehrung durch die Obrigkeit heißt’s
bei den Meisterinnen und Meistern in die Lehrstund gehen. Auf Geheiß der
Schulmeister gibt man sich nur all zu wissbegierig, denn was man mit
eignen Augen sieht lernt man aus keiner Schulfibel.
Selbst die Spielleut eifern den Meistern nach. Doch wie sullen sie die
Kindelein belehren, wenn nit mit dem was nur sie so meisterhaft verstehen.
So zeigt man ihnen im possierlich Spiel wie’s den Spielleuten
erging in der Zeiten Lauf.
Itzt geht er zum ersten mal am Tage seinem Gewerke nach, den Verbliebenen
ist auch er geduldiger Lehrmeister, doch zeigt er sich auch als wahrer
Tausendkünstler.
Gemeinsam lässt sich so viel mehr zu Wege bringen. Sey es, dass
man auf Stelzen über den Plan zieht oder das eine oder andere Stücklein
der Comedia zum Besten gibt. Euch sey es ein Wohlgefallen!
Wiederum schallt die Fanfare. Hoch vom Turm lässt sich Tumalon itzt
hören. In Heroldsdiensten übt er sich, den Marktweibern nit
immer zu Gefallen. So mag es sein, dass er mit Schimpf überzogen
versucht, das Fähnlein wieder in den rechten Wind zu drehen.
Da wird Euch das Maul vor Staunen offen stehen, wenn jedwedes Ding dank
seiner Kunstfertigkeit zu schweben scheint.
Was wären Tumalon, der Tausendkünstler, und Master Piers from
Oxford, Meister so vieler Instrumenta, ohne sie, die rote Füchsin,
gleichsam Königin der Vaganten. Wenn sie ihr Schatzkästlein
der Melodeyen Euch öffnen, ist’s, als würdet Ihr das
Hören neu erlernen.
Schnallt den Leibriemen enger, auf dass Ihr nit vor Lachen berstet.
18.30 Das Spiel bei der Tavern
Längst ist die frühe Nacht hereingebrochen, da treffen sich
die Spielleut beim heissen Würzwein. Der aber erhitzt auch die Gemüter,
so sticht sie all der Hafer und Einer will des Andern Meister sein. Ihr
aber seht ein furios Spectacel.
Das Sternlein geht voran, dort thronend, wo sonst die Hellebarde ist.
So zieht man über den Plan und weithin schallt das Gaudete. Wen
schert es da, wenn manches Mal die Inbrunst vor der Sangeskunst steht,
singt man doch von der wahren Freude.
Weithin schallen Horn und Fanfare ein letztes Mal, denn itzund findet
der Markttag sein End.
Am Platz der Kindelein
Gradso wie des Helden Knopfaug, blitzen auch die Augen Eurer Kindlein,
wenn er sich aufmacht der Prinzessin Herz und Pfote zu erobern.
Weit entrückt seid Ihr allsamt wenn sie Euch in die Truhe ihres
Märchenschatzes blicken lässt.
Dies sullt Ihr am End der Woche sehen
In feierlichem Zug begibt man sich zur Bühnenmitten. Die Ordo sull
gekündet sein, die Meisterstücke stehen zur Prüfung und
selbst die Spielleut geben Proba ihrer Kunst. Doch wahrer Jubel brandet
auf wo der Markt obrigkeitlich wird eröffnet.
Ist auch das Fastenmal recht kärglich, so ist die Musica doch um
so üppiger.
Possenspiel und Alfanzerey.
Mag auch der Vogt die Stirne noch so sehr krausen, die Lebenslust bricht
sich itzo Bahn. Was heißt da Kathrein stellt den Tanz ein, wo
die Schneidermeisterin ihn gradewegs beginnt.
Wer gedenkt da noch des Alltags Müh und Plag wo die Tränen
Freudentränen sind?
Obrigkeit und Büttel wollen itzt die Kindelein in höfisch Künsten
unterrichten. Doch wo bleibt die höfisch Sittsamkeit wo der Büttel
zum Ringelgalgen wird?
Der Englein Schar ist lieblich anzusehen und zart ertönt der Harfe
Klang. Doch Sct. Niklas gebärdet sich als strenger Zuchtmeister
und Rupprecht tanzt einen wahren Veitstanz. Allein des Herren Milte lässt
beide rasch verstummen und keiner muss unbeschenkt von Dannen ziehen,
sind doch der Kindlein Sünden allsamt nur lässlicher Natur.
Solche Töne sind Euch unerhört.
Staunenswert Geschicklichkeit und Feuerspückerey, dass Ihr nimmer
frieren müsst.
Zum letzten Mal im Jahr treffen die frummen Pilgrim ein, Skt. Anno’s
Hülf zu erflehen. Doch Bruder Justus steht schon bereit sie in Empfang
zu nehmen. Mag man noch so grambeladen sein, des Heilgen Schrein verspricht
jedwedem Linderung. Im Fackelschein zieht man dorthin, der Hoffnung Licht
im Herzen.
Anrührend ist es anzusehen wie der Büttel zum guten Josef wird
und Meister Hämmerlein zum russgeschwärztem Engel. Das Mysterium
der Weihnacht wird dem Volk erst dann gänzlich offenbar wenn man
von ihm in Volkesstimme spricht.
Zwar wollten die Spielleut den Tag besinnlich schliessen, doch wären
sie nicht Frau Musica’s Kinder wenn nit der Tanztuffel das seine
forderte.
Wo die Spielleut sonst um die Brosamen Eurer Gutwilligkeit buhlen, balgen
sie sich itzund um Eure Gunst.
Des Erlösers Ankunft macht alle hoffnungsfroh. Wen will es da verwundern,
dass selbst die frummsten Choräle wie Freudenjauchzer schallen.
Mag auch des Tages Beschluss so manchen traurig stimmen, Bruder Justus
hat jedwedem ein Wort des Trostes.
Am Platz der Kindelein
Possierlicher könnten Helden nimmer sein als jene, die dort der
Minne wegen so manch Abenteuer überstehen.
Lang ersehnt sind Floritzel und seine Gefährten, doch itzt müsst
Ihr nimmer darben.
Voll Wunder ist die Welt zu deren Tor sie den Schlüssel hält.
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