Das Jahr trägt einen eisgrauen Bart und                  geht gebeugt. Bald sind die Pfade unwegsam,
da macht man sich ein letztes Mal auf, gen                 Siegburg. Seyen es die frummen Pilgrim
Sct. Annos milte Wundertätigkeit bei seinem               Schrein zu erbitten, oder all die anderen
Fahrensleut die Euch so wohl bekannt.                          Handwerksmeister, Handelsherren und
Hökerer füllen Euch den Gabentisch. Schank               und Tavernenwirte werden Euch die strenge Fastenzeit verkürzen, auf dass Euch der Marktplatz zum Platz der Freude werde.


Auch die sind zum letzten Male aufgebrochen die den Grillen gleich den Sommer durchfiedelten. Die Gaukler, Musici und Possenreißer, sich an den Brosamen Eurer Gutwilligkeit das Ränzlein zu mästen, vor der dunklen Zeit. So tun sie ihr Allerbestes, die bunten Sommervögel, Euch zumindest das Herz zu wärmen an kalten Wintertagen.


Zufürderst seyen Euch die genannt die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten


Der Scherbelhaufen am 26./27.des Novembris
Dreen raue Gesellen und ein zartes Wib wollen Euch mit Musica umgarnen. Dabei sind sie Meister ihrer Kunst. Als wären sie Frau Musica’s eingeborne Kinder, wissen sie Stimmen und Instrumenta zu traktieren, dass Ihr das Hören neu erlernt.

Filia Irata am 3./4.des Decembris
Vier Weiber, herrlich anzusehen, doch wie sie ihre Instrumenta tractieren lässt manchen Spielmann jämmerlich dastehen. Da schrillen Gralla und Dudelsack, Pauken und Donnertrummel dröhnen, dass Ihr alles rings um Euch vergesst.

Vivus Temporis am 10./11.des Decembris
Noch liegt der Morgentau der Jugend auf ihren Wangen und doch könnten sie so manch altgedientem Spielmann Lehrmeister sein. Wie sie Sackpfeyffen, Schalmey und Trummel tractieren ist wahrlich unerhört.

Krlesch am 17./18.des Decembris
Von weither sind sie kummen Euch die Ohren zu umschmeicheln, sind sie doch allsamt Frau Musicas Söhne. So manchen Sturm haben sie überstanden und doch jauchzen ihre Instrumenta wie am ersten Tag. Zarte, frumme Melodeyen aber auch manch kraftvoll Weise lassen Euch das Herz aufgehen.

Das Puppentheatro Pulcinella am 10./11. und 17./18.des Decembris
Wer könnte Floritzel und die Kürbiskobolde je vergessen, doch in diesem Jahr will Griselda Euch auch mit Neuigkeit verwöhnen. Die Historie vom armen Zauberer und der fürchterlichen Spinne wird Kindelein und Altvordere mit einem wahrlich verzaubert hinterlassen.


Jene sullen Euch im Adveniat stete Begleiter sein

Lupus der Gaukler
Nie zuvor ward er hier gesehen, so ist er Mensch gewordenes Fanal. Wie eine lebend Fackel schickt er Feuersäulen in die frühe Nacht. Doch nit nur das. Die Kunst des Jokulierens beherrscht er wie nur selten einer, auf dass Ihr vor Staunen wie angewurzelt steht.

Master Fleapit
Er, der Waliser, hat keinesgleichen. Ist er Joculator, Possenreißer, Komödiant? Alles vereint er in seiner Person wie kein zweiter.

Tumalon
Auch er ist ein Schalksnarr und allhier zu Siegburg bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund. Bunt ist sein Gewand, weiß Gott, wie es nur der vogelfreie Tausendkünstler trägt. Dennoch strebt er nach Höherem. So dient er unermüdlich als Fanfarist und selbst im Heroldsdienste übt er sich vom Turm herab. All dies im Streben deroeinst in hoheitlichem Wappenrock einher zu gehen.

Master Piers from Oxford
Spielmann ist er und die Instrumenta die er beherrscht sind ohne Zahl. Gleichwohl, ob er die Sackpfeyffe bläst, dass Euch die Ohren dröhnen oder die Harfe spielt als säße er zu Füssen des Allmächtigen, immerfort beweist er wahre Meisterschaft.

Die rote Füchsin
Hoch ragt sie auf über so manchen, wie der Spielmänner wahre Königin. Dies ist sie auch, wenn sie mit zarter Hand und doch in Strenge die Kollega zusammenführt auf dass sie, Euch zum wahren Kunstgenuss, zusammen finden.

Pirolina Rabenschön
Ein Wagen ist ihr Haus, sie zieht mit ihm durch manches Tor, bleibt nur solang wie’s Städtchen sie geborgen hält und lässt als Dank dafür bei Euch so manch Historie, die sie auf ihrem Weg gepflückt und hält so einen Strauß geheimnisvoller Blüten.

Das Maustheatro Parsival
Wo die Schauspieler Prinz Albert vom Knopfaug, oder Prinzessin Seidenweich heißen, da erwarten Euch und Eure Kindelein possierlich Spectacel. Doch wenn der Prinz durchs Feuer geht, da hat das Staunen kein Ende mehr.

Bruder Justus
Sendbote der Mutter Kirch, doch nit nur strenger Mahner. Als wahrer Bruder des heilgen Franziskus ist es die Liebe zu jedweder Kreatur die Ihn die härene Kutte nehmen ließ. So predigt er zwar auch die Einhaltung der Gebote, insbesunder itzt zur Fastenzit, doch vielmehr spricht er vom Licht der Hoffnung das uns die ewge Finsternis vertreibt.


Der Marktvogt
Als wär er der harte Winter in Persona ist er jedweder Freud abhold und sinnt allein nach strenger Regul und Ordo. So ist er der Spielleut Widerpart, die selbst in harter Zit des Sommers Freud erahnen lassen.

Der Herold
Sprachrohr und Stadthalter der Obrigkeit allhier, weiß er nit nur die Ordo zu Gehör zu bringen.

Der Büttel
Handlanger der Obrigkeit, doch durchaus mit eignem Sinn. So zieht er nimmer müde seine Bahnen über den Plan. Hoch ragt seine Hellebarde allüberall zu sehen so ist er eher Hüter der kleinen Lässlichkeiten, als grauser Vollstrecker der Willkür seines Herren.


Dies lässt Euch Festtag haben wo andere dem Tagwerk nachgehen


11.00 Die Markteröffnung
Weithin schallt das Signal, denn Tumalon bläht die Backen als wär er Äolus höchst selbst. Wo’s für die Marktleut itzund heißt, dem Tagwerk nach zu gehen, beginnt für die Kindelein das ihre. Denn nach der Belehrung durch die Obrigkeit heißt’s bei den Meisterinnen und Meistern in die Lehrstund gehen. Auf Geheiß der Schulmeister gibt man sich nur all zu wissbegierig, denn was man mit eignen Augen sieht lernt man aus keiner Schulfibel.

12.00 Die Historie der Vaganten
Selbst die Spielleut eifern den Meistern nach. Doch wie sullen sie die Kindelein belehren, wenn nit mit dem was nur sie so meisterhaft verstehen. So zeigt man ihnen im possierlich Spiel wie’s den Spielleuten erging in der Zeiten Lauf.

13.00 Tumalon
Itzt geht er zum ersten mal am Tage seinem Gewerke nach, den Verbliebenen ist auch er geduldiger Lehrmeister, doch zeigt er sich auch als wahrer Tausendkünstler.

14.00 Master Fleapit und Pirolina
Gemeinsam lässt sich so viel mehr zu Wege bringen. Sey es, dass man auf Stelzen über den Plan zieht oder das eine oder andere Stücklein der Comedia zum Besten gibt. Euch sey es ein Wohlgefallen!

15.00 Die Neuigkeit
Wiederum schallt die Fanfare. Hoch vom Turm lässt sich Tumalon itzt hören. In Heroldsdiensten übt er sich, den Marktweibern nit immer zu Gefallen. So mag es sein, dass er mit Schimpf überzogen versucht, das Fähnlein wieder in den rechten Wind zu drehen.

16.00 Lupus
Da wird Euch das Maul vor Staunen offen stehen, wenn jedwedes Ding dank seiner Kunstfertigkeit zu schweben scheint.

17.00 Bene Ex Peritia
Was wären Tumalon, der Tausendkünstler, und Master Piers from Oxford, Meister so vieler Instrumenta, ohne sie, die rote Füchsin, gleichsam Königin der Vaganten. Wenn sie ihr Schatzkästlein der Melodeyen Euch öffnen, ist’s, als würdet Ihr das Hören neu erlernen.

17.45 Master Fleapit
Schnallt den Leibriemen enger, auf dass Ihr nit vor Lachen berstet.

18.30 Das Spiel bei der Tavern
Längst ist die frühe Nacht hereingebrochen, da treffen sich die Spielleut beim heissen Würzwein. Der aber erhitzt auch die Gemüter, so sticht sie all der Hafer und Einer will des Andern Meister sein. Ihr aber seht ein furios Spectacel.


19.30 Das Adveniatssingen
Das Sternlein geht voran, dort thronend, wo sonst die Hellebarde ist. So zieht man über den Plan und weithin schallt das Gaudete. Wen schert es da, wenn manches Mal die Inbrunst vor der Sangeskunst steht, singt man doch von der wahren Freude.

20.00 Der Ruf der Nachtwächter
Weithin schallen Horn und Fanfare ein letztes Mal, denn itzund findet der Markttag sein End.


Am Platz der Kindelein


15.00 Das Maustheatro Parsival
Gradso wie des Helden Knopfaug, blitzen auch die Augen Eurer Kindlein, wenn er sich aufmacht der Prinzessin Herz und Pfote zu erobern.

16.00 Pirolina Rabenschön
Weit entrückt seid Ihr allsamt wenn sie Euch in die Truhe ihres Märchenschatzes blicken lässt.


Dies sullt Ihr am End der Woche sehen


11.00 Die feierliche Markteröffnung
In feierlichem Zug begibt man sich zur Bühnenmitten. Die Ordo sull gekündet sein, die Meisterstücke stehen zur Prüfung und selbst die Spielleut geben Proba ihrer Kunst. Doch wahrer Jubel brandet auf wo der Markt obrigkeitlich wird eröffnet.

11.45 Die Tafelmusik
Ist auch das Fastenmal recht kärglich, so ist die Musica doch um so üppiger.

12.30 Tumalon
Possenspiel und Alfanzerey.

13.15 Der Tanz der Marktleut
Mag auch der Vogt die Stirne noch so sehr krausen, die Lebenslust bricht sich itzo Bahn. Was heißt da Kathrein stellt den Tanz ein, wo die Schneidermeisterin ihn gradewegs beginnt.

14.00 Master Fleapit
Wer gedenkt da noch des Alltags Müh und Plag wo die Tränen Freudentränen sind?

14.45 Sa Das Turney der Kindelein
Obrigkeit und Büttel wollen itzt die Kindelein in höfisch Künsten unterrichten. Doch wo bleibt die höfisch Sittsamkeit wo der Büttel zum Ringelgalgen wird?

14.45 So Das Sct. Niklasspiel
Der Englein Schar ist lieblich anzusehen und zart ertönt der Harfe Klang. Doch Sct. Niklas gebärdet sich als strenger Zuchtmeister und Rupprecht tanzt einen wahren Veitstanz. Allein des Herren Milte lässt beide rasch verstummen und keiner muss unbeschenkt von Dannen ziehen, sind doch der Kindlein Sünden allsamt nur lässlicher Natur.

15.30 Die Festmusik
Solche Töne sind Euch unerhört.

16.15 Lupus
Staunenswert Geschicklichkeit und Feuerspückerey, dass Ihr nimmer frieren müsst.

17.00 Sa Skt. Anno hilf!
Zum letzten Mal im Jahr treffen die frummen Pilgrim ein, Skt. Anno’s Hülf zu erflehen. Doch Bruder Justus steht schon bereit sie in Empfang zu nehmen. Mag man noch so grambeladen sein, des Heilgen Schrein verspricht jedwedem Linderung. Im Fackelschein zieht man dorthin, der Hoffnung Licht im Herzen.


17.00 So Das Weihnachtsspiel
Anrührend ist es anzusehen wie der Büttel zum guten Josef wird und Meister Hämmerlein zum russgeschwärztem Engel. Das Mysterium der Weihnacht wird dem Volk erst dann gänzlich offenbar wenn man von ihm in Volkesstimme spricht.

17.45 Die Abendmusica
Zwar wollten die Spielleut den Tag besinnlich schliessen, doch wären sie nicht Frau Musica’s Kinder wenn nit der Tanztuffel das seine forderte.

18.30 Das Spiel bei der Tavern
Wo die Spielleut sonst um die Brosamen Eurer Gutwilligkeit buhlen, balgen sie sich itzund um Eure Gunst.

19.45 Das Adveniatssingen
Des Erlösers Ankunft macht alle hoffnungsfroh. Wen will es da verwundern, dass selbst die frummsten Choräle wie Freudenjauchzer schallen.

20.00 Der Ruf der Nachtwächter
Mag auch des Tages Beschluss so manchen traurig stimmen, Bruder Justus hat jedwedem ein Wort des Trostes.

Am Platz der Kindelein


Das Maustheatro Parsival am 26./27.des Novembris und 3./4. des Decembris
12.00 14.00 16.00

Possierlicher könnten Helden nimmer sein als jene, die dort der Minne wegen so manch Abenteuer überstehen.

Das Puppentheatro Pulcinella am 10./11./17./18. des Decembris
12.00 14.00 16.00

Lang ersehnt sind Floritzel und seine Gefährten, doch itzt müsst Ihr nimmer darben.

Pirolina Rabenschön jedwedes Wochenende
13.00 15.00 16.30

Voll Wunder ist die Welt zu deren Tor sie den Schlüssel hält.


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