Zum ersten Mal sey Markt gehalten auf dem            Eltzhof bei Schloss Wahn.
Krämer, Handelsherren und Handwerks-                        meister haben Kisten und Kästen
weit aufgethan, Euch mit wahren Schätzen                   zu locken. Gradso verführerisch sind
die Düfte die da aufsteigen, wenn Garköche               und Fleischbräter ihrem Werk nachgehen.

Markttag sull immer Festtag sein, so dürfen die nit fehlen die Euch mit Musica und Possenspiel den Alltag vergessen machen. Doch auch jene haben allhier Feiertag, will doch der König der Vaganten Hochzeit halten, Euch ein Marktspectacel zu bereiten das Ihr nimmermehr vergesst.


Zufürderst seyen Euch die genannt die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten


Vivus Temporis
Noch liegt der Morgentau der Jugend auf ihren Wangen und doch könnten sie so manch altgedientem Spielmann Lehrmeister sein. Wie sie Dudelsack, Schalmey und Trummel tractieren ist wahrlich unerhört, so hat man sie gerufen auf dass die Vagantenhochzeit von wahrer Spielmannswucht geleitet sey.

Van Genius
Frau Musica hat viele Kinder. Wo jene die Instrumenta dröhnen lassen, dass selbst Schloss Wahn erbebt, sind sie Meister der zarten, feierlichen Töne, wie sie sonst nur bei Hofe ertönen. Wo der Spielmannskönig Hof hält dürfen sie nit fehlen.

Bagatelli
Sein Nom lässt Kleinigkeit erahnen, doch was er tut vollbringen sonst Giganten nur. Wo Jokulatores sonst mit Bällen Keulen und der Gleichen hantieren, lässt er Wagenräder und Kegelkugeln durch die Lüfte gleiten als hätten sie kein Gewicht.

VonWegen
Auch sie gehören der Zunft der Gaukler an. Doch wie Castor und Pollux wäre der Eine ohne den Anderen nit zu denken. Wo der eine Euch mit seinen Künsten den Atem nimmt, lässt der Andere Euch ob seiner Äffereien vor Lachen bersten.

Magister von Winterfeld
Im Sinn des Wortes ein wahrer Lumpenhund, ist der Talar des Scholaren doch sein einzig Heimstadt. Wie welkes Laub umhergetrieben zieht er von Stadt zu Stadt, Poeme zum Besten zugeben und von Liebesleid und Freud zu singen. So darf auch er in des Gauklerkönigs Hofhaltung nit fehlen.


Die Bergischen Lehensherren
Wahre Ritterschaft sull Euch hier vor Aug geführt werden. Nit nur dass Ihr der hohen Herren selbst angesichtig werdet, Ihr sullt sie auch beim Waffengange sehen, denn ihre Meisterschaft liegt im Kriegshandwerk.

Das Puppentheatro Pulcinella
Gerngesehner Gast in Eurem Gnadenstädtlein ist Griselda. Von Jahr zu Jahr herbeigesehnt sind Florizel der Drache und all die Kürbiskobolde, die unter ihrer Herrin Führung die Kindlein in ihre Zauberwelt entführen.

Der Marktvogt
Angetan in Purpurrot mag man schon von weitem sehen, welch hohes und als Gerichtsherr grauses Amt er innehat.

Der Herold
Sprachrohr und Stadthalter der Obrigkeit allhier, weiß er nit nur die Ordo zu Gehör zu bringen.

Der Büttel
Handlanger der Gerechtigkeit, doch mag er auch gigantenhaft aufragen so bleibt der Schrecken aus. So zieht er nimmer müde seine Bahnen über den Plan, hoch ragt seine Hellebarde über alle Köpfe und so wissen selbst die Spitzbuben immerfort wo er seinen Aufenthalt hat.

Der Henker
Nit umsonst der grause Rüdiger genannt errichtet er das Blutgerüst. Nimmer wird er müde jedwedem seine Instrumentarien zu erklären, doch fürchten muss ihn nur der der Schuld auf sich geladen.



Dies sull auch Euch den Tag der Gauklerhochzeit zum Festtag machen

11.00 Das Signum ertönt
Tumalon bläht die Backen, weithin schallt die Fanfare. Euch zum Zeichen, dass jedweder nun die Schranken auftun soll. Auch nutzt er, der Hochzeiter, die Gelegenheit noch einmal
jedweden zu seinem Jubelfest zu laden.

11.30 Die feierliche Markteröffnung
In feierlichem Zug begibt man sich zur Bühnenmitten. Die Ordo sull gekündet sein, die Meisterstücke stehen zur Prüfung und selbst die Spielleut geben Proba ihrer Kunst. Doch wahrer Jubel brandet auf wo der Markt obrigkeitlich wird eröffnet.

12.30 Van Genius
Feinste Melodeyen sullen Euch des Festtagsreigen öffnen.

13.15 Bagatelli
Was Euch die härteste Fron wär, gerät ihm augenscheinlich zum Spiel.

14.00 Die Gauklerhochzeit
Des Gauklers Weihstadt ist die Bühne, just da will itzt gefeiert sein. Eine festlich Tafel lockt die Gäste, Musica ertönt, das Tanzbein mag nit stillstehen, welch rauschend Fest wird da gefeiert von denen, die sonst Euch jedwedes Fest verschönen. Doch plötzlich erscheint die Obrigkeit und entzweit den neu geschlossenen Bund. Man wirft den Gauklerkönig in Turm, da man ihn des Diebstahls zeiht.

14.45 Vivus Temporis
Kaum ist die Obrigkeit von Dannen, ergreifen die Spielleut wiederum das Szepter und als wäre nichts gewesen dröhnen Dudelsack und Donnertrummel.

15.30 VonWegen
Fatzwerk und staunenswerte Tausendkünste.

16.15 Van Genius
Feierliche Melodeyen, wie man sie sunst nur bei Hofe hört.

17.00 Bagatelli
Da bleibt Euch das Maul vor Staunen offen stehen, wo selbst Wagenräder zum Spielball werden.

17.45 Vivus Temporis
Haltet Eure Töchter fest, die Spielmänner sind in der Stadt.

18.30 VonWegen
Jokus und Allotria.
19.15 Das Gericht
In Ketten fürt man den Spielmannskönig itzt vor. Welch wunderlich Angebinde für einen Bräutigam. Des Diebstahls ist er angeklagt, denn keiner glaubt, dass des Festes Überfluss seiner Sparsamkeit zu danken ist. Doch seine Unschuld kommt ans Tageslicht und jauchzend nimmt man ihn wieder in den Kreis der Hochzeitsgäste.

19.45 Vivus Temporis
Was Ihr bislang von ihnen habt gehört war nur Gesäusel, denn itzund spielen sie Euch zum Konzert.

20.45 Das Spiel bei der Tavern
Itzt, da ihr König wieder unter ihnen, feiern die Vaganten auf ihre Weis. Der Braut bringt jeder sein bestes Stücklein zum Geschenk. Auch Euer Schade soll es nit sein denn Ihr seht ein Spektakel ohne Gleichen.

21.45 Das Rumoren
Im Fackelschein zieht man vor des Fronherren Schloss und fordert für die erlittne Schmach Genugtuung.

22.00 Der Ruf der Nachtwächter
Weithin schallt der wohlbekannte Ruf und setzt dem Spectacel ein End.


Dies sullt ihr an der Gauklerbühne sehen


12.00 VonWegen

13.00 Magister von Winterfeld

14.00 Vivus Temporis

15.00 Das Turney der Kindeleyn

16.00 Magister von Winterfeld

17.00 VonWegen

18.00 Magister von Winterfeld

19.00 Bagatelli


Dies sullt Ihr an der Puppenbühne sehen
13.00 16.00 18.00
Floritzel und die Kürbiskobolde locken nit nur Eure Kindeleyn in ein ander Welt.
Dies seht Ihr am Tag des Herren

11.00 Die feierliche Markteröffnung
Selbst des Festtags Freude muss sich nach der Ordo richten. So kündet der Herold würdevoll, wie jedweder sich zu halten hat.

11.45 Van Genius
Wahre Festtagsmusica erschallt.

12.30 Bagatelli
Staunenswerte Kraftakrobatik.

13.15 Vivus Temporis
Noch gezeichnet von der Vornacht Sünden wagen selbst sie sich itzt ans Tageslicht.

14.00 Der Tanz der Marktleut
Meister Hämmerlin,der Schmied, wird nun zum jauchzenden Bacchanten, kann er sich doch unter den Augen seines strengen Weibes mit andern Evastöchtern im frohen Reigen drehen.

14.45 VonWegen
Wo der Eine meisterlich unzählig Bälle in die Lüfte wirft, wirft sich der Andre schwer ins Zeug Euch das Lachen neu zu lehren.

15.30 Van Genius
Meist unerhörte Melodeyen aus Orient und Occident.

16.15 Vivus Temporis
Zum letzten Mal ertönen Dudelsack und Trummel.

17.00 Bagatelli
Gewisslich keine Kleinigkeit.

17.45 Das Spiel bei der Tavern
Der Tag will sich zum Abend neigen, da treffen sich die Spielleut zum Trunk. Nun aber sticht sie all der Hafer und Einer will des Andern Meister sein. Ihr aber seht ein furios Spectacel.

18.45 Das Memento
Mit besinnlich Wort zu ebensolcher Melodey entlässt Euch Bruder Justus zurück in Euer ander Welt.

19.00 Der Ruf der Nachtwächter
Nit jeder hört den Ruf, itzt, heißt es doch Abschied nehmen.


Dies seht Ihr an der Gauklerbühne


12.00 Magister von Winterfeld

13.00 VonWegen

14.00 Magister von Winterfeld

15.00 Bagatelli

16.00 Das Turney der Kindeleyn

17.00 Magister von Winterfeld

An der Puppenbühne

12.30 15.00 17.00
Griselda hält nit nur Ihre hülzernen Wesen wie an einem seidnen Faden.


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