Markt sey gehalten zu Hamm. Einst die                       Stätte harter Fron,
itzt der Muße grüne Heimstadt, ist dies just                 der rechte Platz. Denn wo jene redlich
dem Gewerke nachgehen sullt Ihr Festtag                       haben. So hat man sie all gerufen die
Krämer, Hökerer und redlich Handwerksmeister,      die Garköch und Tavernwirte, denn der Handel bringt den Wandel.

Doch was wär dies ohne jene, die Euch des Alltags Müh und Plag zur Gänze vergessen lassen. Musica und Gaukelspiel sullen Euch entführen in ein ander Welt.



Zufürderst seyen Euch die genannt, die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten


Los Dilletantos
Mag auch Ihr Nomen anderes verheißen, so sind sie doch Meister in so vielen Künsten. Ob hoch auf Stelzen beim Theatro oder mit Dudelsack und Trummel immerfort wissen sie den rechten Ton zu treffen.

Ungelyncht
Master Piers from Oxford und Tumalon, der Schalksnarr, sind beide Kehrseite der nämlichen Medaille. Wo der eine Meister so vieler Instrumenta ist, weiß der andere wie kein zweiter mit Wort und Keule
zu jonglieren.

Master Fleapit
Er, der Waliser, hat keinesgleichen. Ist er Joculator, Possenreißer, Komödiant? Alles vereint er in seiner Person wie kein zweiter.

Pirolina Rabenschön
Ein Wagen ist ihr Haus, sie zieht mit ihm durch manches Tor, bleibt nur solang wie’s Städtchen sie geborgen hält und lässt als Dank dafür bei Euch so manch Historie, die sie auf ihrem Weg gepflückt und hält so einen Strauß geheimnisvoller Blüten.

Das Glücksrad
Flauz der Glücksritter Fortunas eigner Sohn lässt Euch das Schicksalsrad zur wahren Freude werden.

Der Marktvogt
Angetan in Purpurrot mag man schon von weitem sehen, welch hohes und als Gerichtsherr grauses Amt er innehat.

Der Herold
Sprachrohr und Stadthalter der Obrigkeit allhier, weiß er nit nur die Ordo zu Gehör zu bringen.

Der Büttel
Handlanger der Gerechtigkeit, doch durchaus mit eignem Sinn. So zieht er nimmer müde seine Bahnen über den Plan. Hoch ragt seine Hellebarde über alle Köpfe und so wissen die Spitzbuben immerfort, wo er seinen Aufenthalt hat

Der Henker
Nit umsonst der grause Rüdiger genannt, errichtet er das Blutgerüst. Nimmer wird er müde jedwedem seine Instrumentarien zu erklären, doch fürchten muss ihn nur der, der Schuld auf sich geladen.


Die sull Euch schon den Tag vor dem Tag des Herren zum Festtag machen


11.00 Das Signum ertönt
Tumalon bläht die Backen, weithin schallt die Fanfare. Euch zum Zeichen, dass jedweder nun die Schranken auftun soll.

11.30 Die feierliche Markteröffnung
In feierlichem Zug begibt man sich zur Bühnenmitten. Die Ordo sull gekündet sein, die Meisterstücke stehen zur Prüfung und selbst die Spielleut geben Proba ihrer Kunst. Doch wahrer Jubel brandet auf, wo der Markt obrigkeitlich wird eröffnet.

12.30 Los Dilletantos
Kaum ist die Obrigkeit von dannen, ergreifen die Spielleut das Szepter. Itzt sullt Ihr nach deren Pfeife tanzen.

13.15 Master Fleapit
Schnallt den Leibriemen enger, dass Ihr nit vor Lachen berstet.

14.00 Der Tanz der Marktleut
Meister Hämmerlin, der Schmied, wird nun zum jauchzenden Bacchanten, kann er sich doch unter den Augen seines strengen Weibes mit andern Evastöchtern im frohen Reigen drehen.

15.00 Das Turney der Kindelein
Herold und Büttel wollen itzt die Kindelein in höfisch Künsten unterrichten. Doch wo der Büttel zum Ringelgalgen wird, fällt’s Justus ut Friedeslar schwer höflich zu bleiben, selbst im Angesicht des kindlich Königs.

15.45 Los Dilletantos
Kraftvoll Musica und so manch Komödie.

16.30 Ungelyncht
Mögen sie sich noch so unterscheiden, sie sind doch Kehrseiten der nämlichen Medaille.

17.15 Master Fleapit
Wahre Meisterschaft und unübertroffen Jokus.

18.00 Gericht
In Strenge und Gerechtigkeit will man über jedwede Büberei nun Rechten.

18.30 Los Dilletantos
Dudelsack und Trummel dröhnen, denn itzund spielen sie Euch zum Konzert.

19.30 Ungelyncht
Fatzwerk und feinste Musica.

20.15 Das Spiel bei der Tavern
Der Tag will sich zum Abend neigen, da treffen sich die Spielleut zum Trunk. Nun aber sticht sie all der Hafer und einer will des andern Meister sein. Ihr aber seht ein furios Spectacel.

22.00 Morbus Pestis
Wo eben noch die Lebensfreude hohe Wogen schlug, bricht sich nun das Grauen Bahn. Eingehüllt in Weihrauchschwaden ziehen Doctores und Schinder über den Plan. „Gebt Eure Toten heraus!“ so hallt der schauerliche Ruf. Wo Menschen nimmer helfen können, da mag Gott der Retter sein.

22.30 Der Ruf der Nachtwächter
Der wohlbekannte Ruf setzt dem Spectacel itzt ein End.


Dies sullt ihr an der Gauklerbühne sehen


13. 00 Pirolina Rabenschön

14. 00 Los Dilletantos

15. 00 Pirolina Rabenschön

16. 00 Master Fleapit

17. 00 Pirolina Rabenschön

18. 00 Ungelyncht



Dies sullt Ihr am Tag des Herren sehen

11.00 Das Signum ertönt
Da fährt’s so mancher Schlafmütz durch Mark und Bein, denn itzund heisst’s an’s Tagwerk gehen.

11.30 Die feierliche Markteröffnung
Selbst des Festtags Freude muss sich nach der Ordo richten. So kündet der Herold würdevoll, wie jedweder sich zu halten hat.

12.30 Los Dilletantos
Absunderlich Tafelmusica ertönt Euch nun.

13.15 Master Fleapit
Mag sein, dass Euch heisse Zähren die Wangen netzen, doch dies sind Freudentränen.

14.00 Der Tanz der Marktleute
Itzund wird der Plan zum Tanzboden.

14.45 Das Turney der Kindelein
Nur wer den grausen Drachen besiegt, mag sich mit Fug und Recht Ritter zu Hamm titulieren.

15.30 Los Dilletantos
Weithin schallt es über den Plan, wenn Dudelsack und Trummel dröhnen, doch Euer Lachen ist der Unterton.

16.15 Ungelyncht
Jokus und Allotria.

17.00 Master Fleapit
Ein wahrer Meister steht vor Euch.

17.45 Das Spiel bei der Tavern
Wo die Spielleut sonst um die Brosamen Eurer Gutwilligkeit buhlen, balgen sie sich itzund um Eure Gunst.

19.00 Der Ruf der Nachtwächter
Nit jeder hört das Rufen gern, denn itzund heisst es Abschied nehmen.


Dies seht Ihr an der Gauklerbühne


13.00 Pirolina Rabenschön

14.00 Los Dilletantos

15.00 Pirolina Rabenschön

16.00 Master Fleapit

17.00 Pirolina Rabenschön

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