Stadterhebungsfest

Dieses Format zielt auf Städte, die ihr Stadtjubiläum feiern – ein Thema, das schon im Mittelalter von besonderer Bedeutung war:

„All hier zu Eller hatten edle Geschlechter ihre Heimstatt in fester Burg. Unweit zu Düsseldorp, jenem Flecken, der itzt so keck sich hat erhoben, doch ohne die Herren zu Eller, treue Lehensmänner allsamt, die mit Brief und Siegel die Stadterhebung haben bezeugt, währe man dort noch in Eurer Zit ohne Bedeutung. Dies gebührend zu zelebrieren, soll allhier Markt gehalten sein.“

Ein Marktflecken, der eine gewisse Bedeutung erlangt hat und Menschen anzieht, wird zur Stadt erhoben. Die Dramaturgie lässt keine traditionelle Formalität missen: Natürlich erscheint eine hochgestellte Persönlichkeit, meistens ein Landesherr oder sein Herold, und verkündet öffentlich die Erhebung zur Stadt. Unter anderem werden Urkunden gesiegelt, und zur Bestätigung des Marktrechts wird ein Handschuh übergeben, der dann öffentlich ausgehängt wird.

Der historische Stadtbegriff, der sich in Europa aus dem mittelalterlichen Stadtrecht herleitet, hatte als wesentliche Merkmale das Marktrecht, das Recht auf Selbstverwaltung, die Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, der Gerichtsbarkeit, die Aufhebung der Leibeigenschaft, das Zollrecht, das Recht zur Einfriedung und Verteidigung sowie das Münzrecht. Im heutigen deutschsprachigen Raum gibt es kein Stadtrecht mehr im eigentlichen Sinne.