Reichsstadtfest

Ein Format, das besonders für Reichsstädte interessant ist, die ihren Status feiern - oder für Städte, die im Mittelalter Freie Reichsstädte waren.

"Dies sind die stolzen Tage als Gemund freie und Reichsstadt ward, da man voll Gottvertrauen und eygen Sinn selbst dem Landesherren trutzt. Wo Meisterfleiß und Können im Verein mit der Kaufleut Geschick ganze Münster wachsen ließ und feste Mauern von der Wehrhaftigkeit zeugen. Der Marktplatz aber ist nit ohne Grund just in des Städtleins Mitten, ist er doch gleichsam Wiege der bürgerlich Prosperitas."

Die Reise ins ausgehende Mittelalter wird bis ins kleinste Detail historisch nachgestellt. Die Kumpaney gestaltet den Markttag wie im Mittelalter als Leistungsschau von Handwerk und Handel. Mit historischer Genauigkeit werden alle Aspekte des städtischen Lebens thematisiert, wie beispielsweise die Wehrhaftigkeit der Städte. So sind immer Söldnergruppen zu sehen. Auch Religiosität spielt auf dem Reichsstadtfest eine wichtige Rolle, ebenso die städtische Fürsorge für Arme, Pilger und Siechen und nicht zuletzt die Pest, die die Gemeinschaft auf eine harte Probe stellt.

Der Begriff Freie Reichsstadt bezeichnet umgangssprachlich im Heiligen Römischen Reich sowohl jene Stadtgemeinden, die keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser unterstanden, als auch einige Bischofsstädte, die eine gewisse Autonomie erworben hatten, zum Beispiel dem Kaiser keine Heerfolge leisten mussten. Erstere wurden ursprünglich als Reichsstädte bezeichnet, letztere als Freie Städte. Diese Städte wurden ab dem 15. Jahrhundert im Städtekolleg unter dem Sammelbegriff "Freie und Reichsstädte" zusammengefasst, woraus der Volksmund den Begriff Freie Reichsstadt gebildet hat, obwohl nur ein Teil der Städte sowohl Freie Stadt als auch Reichsstadt war.