Halsgericht

Mit Halsgericht wurde seit der zweiten Hälfte des 13. Jhs. die strafrechtliche Kompetenz des Hochgerichts bezeichnet . Abgeleitet wird die Bezeichnung vom Vollzug der Todesstrafe durch Erhängen; Symbol der Halsgerichtsbarkeit war deshalb der Galgen.

Zur Halsgerichtsbarkeit gehörten alle Delikte, die mit der Todesstrafe oder mit Körperstrafen, die zu schweren Verstümmelungen führten, bedroht waren. Seit dem 15. Jh. wurde das Verfahren in diesen schweren Kriminalfällen formalisiert und in Halsgerichtsordnungen schriftlich niedergelegt. Hier zeichnet sich die Entwicklung ab, die zum formalistisch geordneten Strafprozess führt. In ihm sollte als Voraussetzung für das Urteil der Sachverhalt geklärt werden, wozu Zeugenbeweis und Geständnis des Täters notwendig waren ( z.B. die Folter).