Die Pest

Von Ferne kündet das Knarren der Ratschen den unheilvollen Zug. Eingehüllt in Weihrauchschwaden / um sich selbst vor dem Morbus Pestillenciae zu schützen / folgen die Priester und Doctores ihrer grausen Pflicht / die Toten / aber auch die Siechen aus der Stadt zu entfernen.Sie predigen Litaneien und beschwören die Umstehenden:

„ Tuet Buße – tuet dreifacht Buße!“

Bleich und von schwärenden Wunden gezeichnet, wankt einer über den Plan. Schon gellt der Schreckensruf: Die Pest, es ist die Pest! Eingehüllt in Weihrauchschwaden, die vergiftete Luft vom Pestodem zu reinigen, nahen die Doctores, doch auch sie können nimmer hülflich sein. Der Klageweiber grauser Chor erschallt und rumpelnd, begleitet von Gebeten, karrt man den Leichnam auf den Gottesacker. Der Handlanger der Obrigkeit streut Löschkalk auf den Flecken, wo jener verschied. die Erde zu reinigen, doch wahre Hilf kommt itzt von Gott dem Herrn und nur die Bußfertigkeit kann seinen Zorn besänftigen.

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