Kurtzweyl

Festtage auf dem Schloss zu Homburg
Dort, wo die Geschicke der Kumpaney (Kramer Zunft & Kurtzweyl) ihren Anfang nahm, dort soll auch dieses Jahr wieder Markt gehalten werden.
All die gern Gesehenen und auch so manch neues Gesicht, geben sich wiederum ein Stelldichein. Handel mögt Ihr treiben mit der Kauffahrtschaft, Handwerksmeister geben Euch und insbesunder Euren Kindlein manch Einblick in die Geheimnisse ihrer fast vergessenen Künste. Schankwirte und Garküchen lassen auch Euren Gaumen Festtag haben. Die Gaukler und Musikanten machen Euch Herz und Tanzbein hüpfen, doch auch in die dunklen Seiten dieser längst vergangenen Zeit sollt ihr Einblick haben.

Die Markteröffnung
Die Vertreter von Obrigkeit und Magistrat, acompaniert von Zunftmeistern und Stadtpfeifern streben im feierlichen Zug zum Podium. Dort begrüßt der Erste des Magistrats sein Volk, um dann die Meisterstücke zu prüfen. Ausgestattet mit dem Handelsprivileg ziehen sie zur Tavern, doch noch ehe der Vogt den Markt eröffnen kann, stürmt lärmend der Vaganten Haufen herbei. Auf des Herolds Fürbitt lässt er nun auch Proba ihrer „vermeintlichen Künste“ über sich ergehen. Dies eine mal zieht man das Volk zu Rate und lässt sie, wie gewünscht gewähren. Endlich erschallt der Ruf: der Markt ist eröffnet, das Treiben beginnt.

Der Charivari Umzug
Vermummte Gestalten huschen über den Plan. Bei den Vaganten braut sich etwas zusammen. Wie bunte Vögel wispernd und murmelnd sammeln sie sich zum Zug. Mit Getös ergießt es sich über den Plan. Das Narr geworden Volk will sich einen König küren. Die beste Fratze soll den Regenten ausmachen. Der Rausch ist gleichsam vorweggenommen, denn noch größer als zuvor ist das Lärm, wenn man mit dem Narrenkönig, zur Taverne zieht.

Die Lehrstund bei den Meistern
Wo immer man den Wimpel mit den fleißigen Händen sieht, ist’s für Kindlein gut verweilen. Ob Meisterin, ob Meister, geduldig und voll Sachverstand, weiht man sie in die Geheimnisse der Handwerkskünste ein. So entsteht ein kleines Meisterstück, das man mit stolzgeschwellter Brust nach Hause trägt.

Die Pest
Auch die dunklen Seiten dieser Zeit führt man Euch vor Augen. Wenn der schwarze Schnitter reiche Ernte hält, gellt der Schreckensschrei: “Es ist die Pest“ durch die Gassen. Eingehüllt in Weihrauchschwaden ziehen die Doctores über den Plan, doch wahre Hilfe erwartet man allein vom Gebet.

Die sollen Euch kurtzweylen:

Krless
Wo sie uffspielen wird selbst das Herze hellhörig. Wahre Meister hört Ihr hier. Wenn sie ihre Instrumenta klingen lassen ist’s als wäret Ihr unter Ihrem Zauberbann. Melodeyen aus Orient und Okzident erklingen, von so manch anderen gespielt, wirken sie nun gänzlich unerhört.

Luscinia Obscura
Es ist die Lust am Spectacel, die sie zusammenführt und Euch wie angewurzelt verharren lässt. Faleyla, die Gazellengleiche, eine Tänzerin, die des Orients Zauber mit sich bringt. Fin de Filou, mal Haremsbub mal Marionette, immer aber ein Jongleur, der obschon noch jung an Jahren, an Meisterschaft so manchen Altgedienten übertrifft. Und gleichsam über allen thronend die rote Füchsin, Musikantin und Srachrohr der dreen. Doch bleibt das Spectacel nit vor ihrem Wagen, sie tragen es hinaus wenn sie durch die Gassen ziehen im Maskenprunk oder lästerlich lärmend.

Lupus
Recht eigentlich müsste man vor Ehrfurcht schweigen, sieht man, was er vollbringt. Fällt es doch schwer zu sprechen, steht das Maul vor Staunen offen. Der Meister aller Jokulatoren zieht Euch und jedwedes Ding in seinen Bann, da gibt es auch für der Weiber Herzen kein Entrinnen.

Fadenreych
Hört da schallt die Lockfanfare! Wundersam Historien von Drachen und Prinzessinnen, vom wilden Tier und so vieles mehr sullt Ihr itzt sehen. Wenn Jakob seine Puppen führt, entführt er Euch und alle Kindelein in die Anderwelt.

Abu Ismail, der Märchenerzähler
Angetan im Grün der Rechtgläubigen, hört ihr von ihm Märlein aus Orient und Okzident. Die Abenteuer so mancher Helden, auch wenn´s nur Hasen sind, entführen euch in ferne Welten und verzaubern Kindlein wie Altvordere.

Oleander der Herold und Minnesänger
Weithin schallen seine Signale und selbst das strengste Gebot der Obrigkeit klingt aus seinem Munde milde. Doch was geschieht den Weibspersonä? Ihre Herzen rasen wie die der Vögelein und ihre Augen strahlen wie die Sterne, wenn er ihnen von der Minne, der reinen Liebe, singt.

Der Vogt, Leonhard vom Fronschloß
Wo andre Festtag haben kocht er im Sauertopf. Recht Gesetz und Ordo in einer Person, so tituliert er sich selbst, doch wo sich der Frohsinn lauthals Bahn bricht, verhallt sein Mahnen oftmals ungehört.